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Historische Romane aus dem 2. für das 21. Jh.

Die Romane :



Begleitmaterial :

Montag, 14. März 2016

Recherche für Romane - unerschwinglich für Autoren?

Wer anspruchsvolle Romane schreiben will, der muss gelegentlich auch Fachartikel zu seinem Thema recherchieren. Mir ging es so bei unseren historischen Romanen, und wenn die Fragen spezieller wurden, dann stieß ich auf der Suche nach Antworten oft auf eine amerikanische Seite namens JSTOR.

Die mich alsbald gründlich zu nerven begann. Ich konnte an den ergurgelten Textausschnitten oftmals sehen, dass dort immer wieder die Antworten lagen, die ich brauchte - aber JSTOR will für seine Artikel Kohle sehen. Und zwar un unverschämter Höhe: über 30 Dollar kostet bei denen in der Regel sogar ein sechzig Jahre alter Artikel von vier Seiten Umfang, der sowieso in weiten Teilen überholt ist! Welcher Indie-Autor kann sich das denn leisten?

Im deutschen Recht ist das anders: Wir haben sogar einen Rechtsanspruch auf die kostenlose Lieferung von Veröffentlichungen wie denen der Max-Planck-Gesellschaft, hier zu bekommen: https://www.mpg.de/mpforschung ! Freilich ist man hier auf die Ergebnisse deutscher Forschung beschränkt, während die einschlägigen Artikel für unsere Autorenrecherche häufig auf Englisch zu finden sind. Was ist in solch einem Falle zu tun?

Zum Glück gibt es Alternativen zu Raubritterseiten wie JSTOR. Eine davon ist www.academia.edu , wo viele mehr oder minder sachkundige Artikel entweder vollständig oder als Abstract zu bekommen sind, aber in jedem Falle kostenlos und sogar in verschiedenen Sprachen. Derzeit viel in den Schlagzeilen ist die vom Wissenschaftsverlag Elsevier heftigst angegriffene russische Seite Sci-Hub, die es angeblich zulässt, Bezahlschranken zu umgehen und Artikel von Seiten wie JSTOR kostenlos herunterzuladen - eben mit dem Argument, dass Forschungsergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sein müssen. 

Sci-Hub deswegen mit der Raubkopiererseite "The Pirate Bay" gleichzusetzen, ist überzogen. Als ich probeweise nach der Oberschurkin unseres Romanzyklus recherchierte, der syrischen Prinzessin Julia Balbilla, stellte ich fest, dass die meisten angezeigten Ergebnisse einfach die ohnehin frei zugänglichen Artikel von www.academia.edu spiegelten. Über eines freute ich mich allerdings ganz besonders, nämlich einen Artikel, den ich schon oft zitiert gesehen hatte, wobei aber immer die für mich relevanten Angaben gefehlt hatten: Darin geht es um die erst kürzlich nachgewiesene Verbindung der Prinzessin Balbilla nach Sparta und zu dessen Herrscherhäusern. Das ist damit das einzige weitere Lebensdatum, das wir von Balbilla kennen über die Inschriften hinaus, die sie an den Memnonkolossen in Ägypten hinterlassen hat - und es lässt beachtenswerte Einblicke zu. Die Verflechtungen unter den oströmischen Adelsgeschlechtern waren offenbar weitreichend: Ist es zu gewagt, von einer bisher übersehenen mafiösen Struktur auszugehen, die machtpolitisch mit der der römischen Senatoren konkurrierte und zuweilen beträchtlichen Einfluss auf die Kaiser ausübte?

Graffito der Iulia Balbilla auf den Memnonskolossen, Inschrift G.46.
Quelle: http://www.egypte.f1adc.com/les-inscriptions-datees.html
Das ist erhellend - wie aber hätte ich wissen sollen, ob der Artikel tatsächlich für mich relevant ist, wenn er hinter einer Bezahlschranke versteckt wird? Wissenschaft ist primär offensichtlich nicht für Dummbolzen wie unsereins gedacht: Was dabei herauskommt, das geht nur die universitären Eliten in ihren Elfenbeintürmen etwas an. Bisher. Denn das ändert sich auf legale oder halblegale Weise endlich auch zugunsten von uns Autoren, die dadurch höherwertige Bücher schreiben können. Und sollten!

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